Meine Filmliste 2024

2024 liegt hinter uns, und trotz weniger nennenswerter Blockbuster und einigen Flops war es insgesamt ein

gutes Filmjahr. Hier ist meine persönliche Liste mit allen Veröffentlichungen, die ich gesehen habe.


Vom Wüstenplaneten bis zu körperlichen Transformationen – das Filmjahr 2024 hatte einiges zu bieten. Zwischen Highlights, die garantiert bei den Award-Shows absahnen werden, gesellen sich aber auch wieder einige Luftnummern. 


Ich habe an dieser Stelle sämtliche Filme aufgelistet, die in diesem Jahr neu in die Kinos oder Streaming kamen und die ich gesehen habe. Meine Liste verläuft dabei von den schlechtesten zu den besten und beinhaltet auch ein paar Streifen, denen ich keinen eigenen Artikel widmen konnte oder wollte, da mir die Zeit fehlte oder ich nicht allzu viel dazu zu sagen hatte. Dennoch möchte ich auch zu denen ein paar Worte verlieren. 


Auf ein frohes neues Jahr 2025 und viele wunderbare oder grässliche Filme, an denen wir uns erfreuen oder darüber ärgern können! 



Das war mein Filmjahr 2024 


“Madame Web” (Regie: S. J. Clarkson) 

Ein Superheldenfilm wie ein Zugunglück. Man sollte nicht hinsehen, tut es aber trotzdem. Jede Minute von “Madame Web” fragte ich mich "Warum?", da alle Beteiligten die merkwürdigsten Entscheidungen im Skript, in der Regie, bei der Kamera, Sound und schauspielerischen Darbietung getroffen haben. Allen voran muss hier Hauptdarstellerin Dakota Johnson erwähnt werden, der wohl bewusst war, auf welchen Quatsch sie sich da eingelassen hatte und ihre Rolle fast schon sarkastisch spielt. Ich würde dennoch Sonys Fehlschuss aus dem Spider-Man-Universum jedem empfehlen, der über die sinnlose Verschwendung von Millionen von Dollarn lachen kann. 


Meine Bewertung: 1/10




“Sting” (Regie: Kiah Roache-Turner)

Die Definition von gut gemeint, aber nicht gut gemacht. “Sting” ist eine Horrorkomödie, die versucht, mit Herz seine vielen Unzulänglichkeiten zu kaschieren. Die Story um ein junges Mädchen (Noni Hazlehurst), das sich mit einem außerirdischen Spinnenmonster anfreundet, ist nicht sonderlich originell und verliert sich irgendwann in Anspielungen an bekannten Filmklassikern wie “Aliens”, “Gremlins” oder “Critters”. Das ganze wird dann doch ziemlich langweilig und die Tatsache, dass die australischen Darsteller*innen sich an amerikanischen Dialekten versuchen, nahm mich ziemlich raus. Wenn es um Horrorfilme mit Spinnen in 2024 geht, überzeugte ein anderer Vertreter auf dieser Liste mehr. 


Meine Bewertung: 3/10



“Spaceman” (Regie: Johan Renck)

Dieses Science-Fiction-Drama wurde dem Qualitätsanspruch einer Straight-to-Netflix-Veröffentlichung gerecht: Toll besetzt (u.a. Adam Sandler, Paul Dano und Carey Mulligan), gute Effekte, aber ein Skript und Pacing, das zum Einschlafen einlädt. Ziemlich schade, da die Verfilmung des Romans von Jaroslav Kalfař mit seinen existentiellen Themen gute Ansätze aufwies, aber daraus zu wenig machte. Grundsätzlich finde ich, dass es mehr Adaption von den großartigen Sci-Fi-Romanen aus Osteuropa geben sollte. Aber etwas mehr Herzblut und ein höheres Anspruchsdenken müssen es dann schon sein. Sandler gibt mal ausnahmsweise nicht den cholerischen Clown, aber dieser Ausflug in ernstere Gefilde kommt nicht an seine Darstellungen in "Punch Drunk Love" oder "Uncut Gems" ran.


Meine Bewertung: 4/10



“Ghostbusters: Frozen Empire” (Regie: Gil Kenan)

Mittlerweile ist das “Ghostbusters”-Franchise selber ein Geist und gehört in das Hochvolt-Arrestsystem verbannt. Nachdem das 2016er Remake schon eine Zumutung war und “Ghostbusters: Legacy” sich selbst im Mittelmaß gefiel, trug dieses Jahr “Frozen Empire” nicht viel zur Reihe bei. Mit dem neuen Cast um Finn Wolfhard (“Stranger Things”) und Carrie Coon (“Gone Girl”) werde ich einfach nicht warm, und die Story und Welt haben wenig Neues zu bieten. Schließlich reicht es einfach nicht, wenn die alte Garde sowie einige Anspielungen auf bessere Filme aus der Mottenkiste geholt werden. Bustin’ doesn’t make me feel good anymore.


Meine Bewertung: 4/10



“Horizon” (Regie: Kevin Costner) 

Ein etwas zielloser Auftakt zu Costners Western-Saga. Nicht mein Genre. Die ganze Kritik gibt es hier zu lesen.


Meine Bewertung: 5/10



“Cuckoo” (Regie: Tilman Singer)

Der deutsch-US-amerikanische Horrorfilm verließ meine Erinnerungen so schnell, wie er hereinkam. Innerhalb von 90 Minuten. Hier und da gibt es ein paar interessante Momente, aber insgesamt wirkte “Cuckoo” wie eine unoriginelle Mischung aus “Get Out” und “A Cure for Wellness”. Kann man sich ansehen, aber auch getrost überspringen. Einzig ein herrlich überdrehter Dan Stevens als arisch-anmutener Wissenschaftler ist ein Höhepunkt.


Meine Bewertung: 5/10



“Blink Twice” (Regie: Zoe Kravitz)

In eine ähnliche Kerbe wie “Cuckoo” schlägt auch “Blink Twice”. Trotz einer guten Besetzung (u. a. Channing Tatum, Kyle MacLachlan und Christian Slater) und einer wichtigen Botschaft hatte der Thriller zu wenig eigene Einfälle. Das Regiedebüt von Schauspielerin und Nepo-Baby Zoe Kravitz (“The Batman”) kupferte zu viel von seinem Skript und seiner Machart von Jordan Peeles großartigen, gesellschaftskritischen Werken ab. “Blink Twice” ist dagegen ein wütender Post auf Tumblr. Nach nur einer Woche hatte ich vergessen, ihn überhaupt gesehen zu haben. 


Meine Bewertung: 5/10 



“My Old Ass” (Regie: Megan Park)

Eine Coming-of-Age-Komödie, die seinem interessanten Konzept nicht gerecht wird. Die Idee, dass eine junge Erwachsene (Maisey Stella) dank Magic-Mushrooms mit ihrem älteren Ich (Aubrey Plaza) kommunizieren kann, hat auf jeden Fall was. Aber letztendlich verfängt sich die kanadische Produktion zu stark im gängigen Teeny-Drama von privilegierten weißen Kids. Optisch war “My Old Ass” dennoch schön anzusehen, und Aubrey Plaza (“Ingrid Goes West”) bewies einmal mehr, dass sie eine Vielzahl von verschiedenen Rollen spielen kann. Zu mehr als Mittelmaß reichte das für mich aber nicht. 


Meine Bewertung: 5/10



“Furiosa: A Mad Max Saga” (Regie: George Miller) 

Gewohnt großartig von Visionär George Miller inszeniert, hatte ich doch meine Probleme mit der unrunden Erzählweise vom “Fury Road”-Prequel. Vielleicht ändert sich das nach einer zweiten Sichtung. Wurde schon an dieser Stelle ausführlich besprochen.


Meine Bewertung: 5,5/10



“Alien: Romulus" (Regie: Fede Alvarez) 

Kein perfekter, aber solider Beitrag zu meinem Lieblings-Weltraumhorror-Franchise. Mehr dazu gibt’s hier zu lesen. 


Meine Bewertung: 6/10



“Civil War” (Regie: Alex Garland)

Gut umgesetzt und spannend erzählt, verliert sich Garlands bisher schwächster Film aber ein wenig zu sehr in seinem Konzept.  Die ganze Kritik gibt es hier. 


Meine Bewertung: 6/10


“Vermines” (Regie: Sébastien Vanicek)

Wenn es um intensiven Horror geht, können sich Filmfans stets auf die Franzosen verlassen. “Vermines” packt einen von der ersten bis zur letzten Minute und hat auch viele menschliche, emotionale Momente zu bieten. Die Story um eine Horde giftiger Spinnen, die in einem Pariser Wohnblock losgelassen werden, ist nicht unbedingt neu, aber dafür umso packender inszeniert. Ein bisschen Sozialkritik an die Lebensumstände in den französischen Vororten, deren Einwohner:innen hauptsächlich einen Migrationshintergrund haben, darf natürlich auch nicht fehlen. Wer nicht an Arachnophobie leidet und beim Zuschauen gerne ins Schwitzen gerät, darf “Vermines” auf keinen Fall verpassen.


Meine Bewertung: 7/10



“Dune: Part Two” (Regie: Denis Villeneuve) 

Die Fortsetzung des 2021 veröffentlichten Science-Fiction-Epos lieferte überzeugend ab, so wie man es von dem talentierten Kanadier Denis Villeneuve mittlerweile gewohnt ist. Mit grandiosen Bildern und überwältigenden Sound-Design vollendet “Dune: Part Two” die Adaption des legendären Romans von Frank Herbert und schafft es sogar, seinen Vorgänger zu übertrumpfen. Besonders im Kino entfaltet dieses Epos um den Planeten Arrakis und den Krieg Harkonnen gegen Atreides seine volle Wirkung. Ich wurde sogar davon überzeugt, dem Buch eine zweite Chance zu geben. Lasst das Spice fließen!


Meine Bewertung: 7/10  



“The Outrun” (Regie: Nora Fingscheidt)

Ein einfühlsames und lebensnah inszeniertes Drama über Alkoholsucht und Entzug. Allen voran überzeugte hier die Hauptdarstellerin Saoirse Ronan (“Ladybird”), die einmal mehr ihr Können unter Beweis stellt. Die Romanverfilmung von Nora Fingscheidt (“Systemsprenger”) kommt ohne moralischen Zeigefinger daher und beschäftigt sich auch damit, woher Sucht kommt und wie wir unserem Leben einen Sinn verleihen können. Wer unaufgeregt erzählte Geschichten mit tiefen Figurenentwicklungen mag, ist bei “The Outrun” an der richtigen Adresse. 


Meine Bewertung: 7/10 



“A Different Man” (Regie: Aaron Schimberg)

Absurde und subtile Drama-Komödie, die vor allen Dingen mit einem großartigen Sebastian Stan in der Hauptrolle punktet. Wurde schon an dieser Stelle ausführlich besprochen.


Meine Bewertung: 7,5/10



“Dream Scenario” (Regie: Kristoffer Borgli) 

Auch “Dream Scenario” meisterte den Spagat zwischen magischer Realität und Absurdität. Nicolas Cage (“Leaving Las Vegas”) spielt hier einen verbitterten Literaturprofessor und Autor, der aus ungeklärten Gründen anderen Menschen im Traum erscheint. Teilweise musste ich Tränen über die surrealen Momente und menschlichen Fehlleistungen des Protagonisten lachen. Darüber hinaus ist die Hauptrolle mit Cage perfekt besetzt, der sich etwas zurücknimmt, aber seine klassischen Cage-isms zum richtigen Zeitpunkt einsetzt.


Meine Bewertung: 8/10



“Challengers” (Regie: Luca Guadagnino)

Hochstylisches Beziehungsdrama, das Tennis als den Hintergrund für seine Erzählweise benutzt. Der Soundtrack von Trent Reznor und Atticus Ross gehörte zu meinen Highlights des Jahres. Die ausführliche Kritik gibt es hier. 


Meine Bewertung: 8/10  

 


 

"Infinite Falling Ground Part II" (Regie: Lake Hills)

Eigentlich kein "üblicher" Film in dem Sinne, sondern ein 45-minütiges Musikvideo. Die Zusammenarbeit zwischen dem US-amerikanischen Audio-Video-Künstler Lake Hills und dem Londoner Electro-Duo Ivy Lab diente letzteren als visuelle Untermalung während der Tour zum 2024er Album "Infinite Falling Ground Part II". Ohne eine klassische Handlung erzählt die lose miteinande rverbundenen Episoden von Menschen, die mit dem Erwachsenwerden, Verantwortung und der eigenen Identität kämpfen. Unterlegt wird das Ganze durch die wundervolle Musik von Ivy Lab und besticht durch tolle Choreografie, faszinierende Bilder und ist obendrein völlig ohne Worte sehr emotional. Den ganzen Film gibt es auf Youtube zu sehen und kann ich nur jedem Musik- sowie Filmfan empfehlen. 

 

Meine Bewertung: 8/10   



“Anora” (Regie: Sean Baker)

Sean Baker gibt Einblicke in die turblenten Flitterwochen einer Sex-Workerin. Neben der großartigen Umsetzung auch einer der lustigsten und zugleich traurigsten Filme des Jahres. Wurde schon an dieser Stelle ausführlich besprochen.


Meine Bewertung: 8,5/10



“Mars Express” (Regie: Jérémie Périn) 

Eine Science-Fiction-Animationsfilm, der das Genre endlich wieder ernst nimmt. Optisch sowie auch akustisch ein französischer Leckerbissen. Mehr dazu findet ihr hier.


Meine Bewertung: 8,5/10



“The Substance” (Regie: Coralie Fargeat)

Nach einer zweiten Sichtung bekommt die herrlich überdrehte Horror-Satire über den Schönheitswahn unserer Gesellschaft von mir noch eine Aufwertung. Für mich jetzt schon ein Klassiker! Den ganzen Wahnsinn könnt ihr hier nachlesen.


Meine Bewertung: 10/10   



“The Zone of Interest” (Regie: Jonathan Glazer)

Wurde zwar schon 2023 international veröffentlicht, fand aber erst Anfang ‘24 seinen Weg in die deutschen Kinos. Jonathan Glazers verstörende Tour-de-Force über den Holocaust ist einzigartig, intensiv und hat sich seine zwei Oscars mehr als verdient. Ein tieferen Einblick gab es an dieser Stelle. 


Meine Bewertung: 10/10









Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Kritik: "The Substance" – Wo der Wahn im Schönheitswahn steckt

"Kino spricht ein tiefes inneres Bedürfnis der Menschen an" – Interview mit Kinobetreiber Christian Bräuer

Kritik: “Anora” – Eine wilde Achterbahnfahrt der Emotionen